Schule für die Abschlussklassen

Am Donnerstag, den 23.04.2020, startete am Kunstkolleg wieder die Schule für unsere Abschlussklassen. Natürlich stellt dieser Schulbeginn keine Rückkehr in die Normalität dar. So stehen nun unser Hygienekonzept mit noch kleiner unterteilten Lerngruppen, Hände waschen, Abstand halten, desinfizieren, Mund-Nasenschutz, Stoßlüften usw. ganz besonders stark im Fokus unserer Arbeit in diesen Tagen. Auch arbeiten wir derzeit nach speziellen Stundenplänen, die für die einzelnen Lerngruppen angepasst sind. Obwohl die Teilnahme für die Schülerinnen und Schüler des 13.ten Jahrganges freiwillig war, sind doch alle gekommen, um sich nochmal gezielt für die Abiturprüfungen vorzubereiten, die dieses Jahr drei Wochen später als sonst stattfinden.

Auch für die Klasse 10 hat der Unterricht in der Schule wieder begonnen. Damit auch Schülerinnen und Schüler am Unterricht aktiv teilnehmen können, die zu einer Risikogruppe gehören, übertragen wir den Unterricht sogar per Livekonferenz-Schaltung aus dem Klassenraum nach Hause.  Denn auch die 10er haben ja eine wichtige Prüfung zum Erwerb des mittleren Schulabschlusses vor sich. Dieses Jahr wird es allerdings keine zentrale Prüfung geben: An ihre Stelle tritt eine Prüfung, die von den unterrichtenden Lehrkräften selbst erstellt werden soll. Diese Entscheidung des Ministeriums ist natürlich nachvollziehbar, auch wenn sie in unserem Kollegium nicht wirklich mit Freude aufgenommen wurde. Wir sind überzeugt davon, dass unsere Schülerinnen und Schüler trotz des dreiwöchigen Ausfalls gut auf die ZP10 vorbereitet waren. Wenn jetzt jeder Lehrer an jeder Schule seine eigene Prüfung zusammenstellen soll, ergeben sich für uns zumindest Fragen nach der Vergleichbarkeit von Anforderungen und Abschlüssen, insbesondere da uns bis jetzt noch keine Vorgaben zur Ausgestaltung der Prüfungen und Wertungen vorliegen. Herr Lingen steht aber in Kontakt mit der Bezirksregierung, die auf unsere Fragen sehr schnell reagierte und noch um etwas Geduld gebeten hat, da auch diese natürlich auf detailliertere, landeseinheitliche Regelungen des Ministeriums warten muss.

Für die Klassen, die derzeit noch nicht wieder in die Schule kommen dürfen, findet digitaler Unterricht mit einer Mischung aus Live-Videokonferenzen, Materialien und Aufgabenstellungen in digitalen Kursräumen statt. Es war klar, dass wir sehr schnell eine Situation herstellen wollten, die dem „normalen“ Unterricht am nächsten kommt, in dem man im direkten Gespräch zwischen Lehrerinnen, Lehrern, Schülerinnen und Schülern die Unterrichtsinhalte erklären kann und Fragen sofort gestellt und beantwortet werden können. Persönliche Kommunikation, Diskussionen, Meinungsaustausch und die Beziehungsebene sind für erfolgreiches Lernen sehr wichtig. Immer nur Aufgaben und Lernstoff per E-Mail zu versenden kann eben auf Dauer keine geeignete Lösung sein. Natürlich können wir leider nicht alle Unterrichtsstunde in den Klassen per Live-Videokonferenz abhalten, da unsere Lehrerinnen und Lehrer ja eben auch gleichzeitig in der Schule die Abschlussklassen in noch verkleinerten Gruppen unterrichten und auch für eine Notbetreuung von Kindern bereitstehen müssen, deren Eltern z.B. in Gesundheitsberufen arbeiten. Insgesamt zeigte die erste Woche nach den Ferien aber für uns ein überaus positives Bild. Das Kollegium und die Klassen haben sich sehr schnell in den Umgang mit der Technik eingearbeitet. Es ist toll, wie vorbildlich unsere Klassen in Live-Videokonferenzen mitarbeiten und mit der veränderten Situation umgehen.

Natürlich würden wir sehr gerne bald wieder zum normalen Unterricht zurückkehren, wenn es dann hoffentlich keine Bedrohung mehr durch das Virus gibt. Bis dahin müssen wir aber alle gemeinsam das Beste aus der Situation machen. Das ist unsere Aufgabe und unser Anspruch. Wie lange dies noch dauert, wissen wir nicht. Die nächsten Entscheidungen möchte die Regierung vor dem 4. Mai treffen.